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Dieser umgangssprachlich auch Drittes Reich genannte Staat war geprägt von einem absoluten Herrschaftsanspruch über das Individuum, einem radikalen Antisemitismus, einem ausgreifenden Führerkult und zunehmendem Staatsterror.
Die Errichtung der Diktatur begann unmittelbar nach der Ernennung Hitlers zum Reichskanzler am 30. Januar 1933: Mit der Verordnung des Reichspräsidenten zum Schutz von Volk und Staat vom 28. Februar 1933 und dem Ermächtigungsgesetz vom 24. März 1933 wurden wesentliche Teile der Weimarer Reichsverfassung dauerhaft suspendiert, darunter die Gewaltenteilung, die parlamentarische Kontrolle der Regierung sowie grundlegende Bürgerrechte.
Soweit die offizielle Version, wie sie in der Schule auch „gelehrt“ wird.
Quelle. YouTube
Die Entwicklung der organischen Chemie war bereits im 19. Jahrhundert für die deutsche Industrie von großer Bedeutung. Zuvor waren insbesondere in der aufstrebenden Textilindustrie natürliche Farbstoffe verwendet worden, und Deutschland war im Gegensatz zu England oder Frankreich, die die Möglichkeit besaßen, auf Rohstoffe aus ihren Kolonien zurückzugreifen, in großem Maße auf den Import angewiesen.
1856 entwickelte Henry Perkin den ersten künstlichen Farbstoff, Mauvein. Das Grundprodukt für die Herstellung künstlicher Farbstoffe war Anilin, welches in Steinkohle enthalten ist. Die Entdeckung, dass das Abfallprodukt Steinkohleteer für die Teerfarbenproduktion genutzt werden konnte, führte zu einer fortschreitenden Unabhängigkeit von natürlichen Rohstoffen; aus diesem Grund wurde die Konstruktion von Anilinfabriken und die Entwicklung künstlicher Farbstoffe in Deutschland verstärkt vorangetrieben.
Joseph Wilhelm Weiler gründete 1861 die Anilinfabrik in Ehrenfeld bei Köln, weitere Firmengründungen folgten: 1863 die OHG Friedrich Bayer et comp., die Farbwerke Meister Lucius et Brüning in Höchst am Main (ab 1880 Farbwerke Hoechst) und die Kalle & Co AG in Biebrich. In Ludwigshafen wurde 1865 die BASF (Badische Anilin und Sodafabrik AG) gegründet, hinzu kamen 1873 die Anilinfarbenfabrik von Gans und Leonhardt (Cassella) in Frankfurt-Fechenheim sowie Agfa in Berlin. Zu dieser Zeit waren die Fortschritte in der deutschen chemischen Forschung immens, die Branche befand sich in einem stetigen Aufschwung: 1877 erfolgte die Hälfte der Weltproduktion an Farbstoffen in Deutschland; Ende des 19. Jahrhunderts wurden fast alle neuen Farbstoffe von deutschen Teerfarbenfirmen erfunden.
Die Farben selbst waren nur ein Endprodukt. In der Teerfarbenindustrie fielen weitere Stoffe wie z.B. Schwefelsäure an, die für die Düngemittelproduktion genutzt werden konnte, oder aber Chlorgase, welche im Ersten Weltkrieg für chemische Waffen verwendet wurden. Viele der Produkte, die Teerfarbenfabriken herstellten, konnten folglich sowohl privatwirtschaftlich als auch militärisch genutzt werden. Zur zivilen Produktpalette der Teerfarbenfabriken gehörten neben Farbstoffen auch Kosmetika, Dünger, Pflanzenschutzmittel und Arzneimittel. Außerdem wurden vermehrt chemische Produkte für die Film- und Fotobranche hergestellt.
Fritz Haber (Professor für Chemie an der Technischen Hochschule Karlsruhe und vertraglich als Berater an die BASF gebunden) entwickelte zwischen 1908 und 1912 zusammen mit Carl Bosch (BASF) ein Verfahren zur großindustriellen Gewinnung von synthetischem Ammoniak aus Stickstoff unter Hochdruck, das Haber-Bosch-Verfahren. Die industrielle Ammoniak-Synthese begann 1913 in Oppau, in der Nähe des Hauptwerkes der BASF in Ludwigshafen. Der Sektor der Hochdruckchemie erwies sich als besonders wichtig, da der dort produzierte Ammoniak sowohl für die Entwicklung von Stickstoffdünger als auch (in zu Salpeter oxidierter Form) für die Herstellung von Sprengstoffen benötigt wurde.
Ende September 1914 trafen sich Carl Bosch, der stellvertretende Direktor der BASF, und Vertreter des Kriegsministeriums
Das Werk in Oppau, das 1913 die Produktion von synthetischem Ammoniak für Düngemittel aufgenommen hatte, sollte nun auch Salpetersäure produzieren. Um dies reibungslos zu ermöglichen, war angesichts des steigenden Personalmangels vorgesehen, bereits eingezogenes Personal für den Umbau des Werks und die Produktion vom Militärdienst freizustellen. Im Werk Oppau wurde 1915 mit der Umwandlung von Stickstoff in Salpetersäure begonnen. Da jedoch der sehr hohe militärische Bedarf nicht gedeckt werden konnte, baute die BASF 1916 ein zweites Werk in Leuna. Bosch beauftragte den Oppauer Betriebsleiter Carl Krauch mit der Leitung der Baumaßnahmen. Im April 1917 begann das Werk in Leuna mit der Produktion, beide Werke produzierten in diesem Jahr gemeinsam ca. 90.000 Tonnen Stickstoff, die fast ausschließlich für die Munitionsherstellung verwendet wurden. Die Werke waren auf Kriegszwecke ausgerichtet, in Friedenszeiten bedeutete ihre Größe Überkapazitäten. mit dem Ziel, eine Lösung für den Mangel an Salpeter zu finden. Angestrebt wurde die Entwicklung eines Verfahrens zur industriellen Gewinnung von Salpetersäure aus synthetischem Ammoniak. Bosch gab der Obersten Heeresleitung die Zusage, ein Verfahren zur Oxydation von Ammoniak zu Salpetersäure in industriellem Ausmaß zu realisieren, das sogenannte „Salpeterversprechen“. Diese Zusage bedeutete für die chemische Industrie den Einstieg in die Rüstungsindustrie.
Nutzung der giftigen Abfallstoffe in der Farbenindustrie für Kampfhandlungen
Im Herbst 1914 wurde nach einem Vorschlag von Major Max Bauer vom Kriegsministerium eine Kommission ins Leben gerufen, die sich mit der Nutzung der giftigen Abfallstoffe in der Farbenindustrie für Kampfhandlungen beschäftigen sollte. Diese unterstand der Leitung von Carl Duisberg (Bayer) und Walter Nernst (Chemieprofessor an der Universität Berlin). Fritz Haber, Leiter der Chemieabteilung der Rohstoffbehörde im preußischen Kriegsministerium und ab 1912 Direktor des Kaiser Wilhelm-Instituts für physikalische Chemie und Elektrochemie in Berlin-Dahlem, schlug der Heeresleitung die Nutzung von Chlorgas für militärische Zwecke vor, wobei wissentlich gegen die Haager Landkriegsordnung verstoßen wurde, die den Einsatz von Giftgas verbietet.
Der erste Einsatz von Chlorgas durch das deutsche Heer erfolgte am 22. April 1915 im belgischen Ypres. Bei diesem Angriff gab es schätzungsweise 2.000 bis 3.000 Gasverletzte und 800 bis 1.400 Tote.
Unter Duisbergs Leitung wurden bei Bayer weitere Kampfstoffe entwickelt: Phosgen, das giftiger war als Chlorgas und mit farbig markierten Geschossen, sog. „Grünkreuz“-Granaten, verschossen wurde, und später Senfgas. Die BASF betätigte sich dabei als Hauptlieferant für Phosgen und lieferte außerdem Zwischenprodukte zur Herstellung von Senfgas. Die sogenannten „Blaukreuz“-Granaten enthielten ein Gas, das zu Erbrechen und Reizung der Atemwege führte, so dass die Soldaten ihre Gasmasken abnehmen mussten und dann das gleichzeitig abgeschossene tödliche Senf- oder Chlorgas einatmeten. Die chemische Industrie arbeitete ständig an der „Optimierung“ des Einsatzes von Giftgas: Chlorgas wurde beispielsweise erst auf den Gegner geblasen, später dann mit Gasgranaten verschossen.
Die Abhängigkeit der kriegführenden Reichsregierung von der Chemieindustrie stärkte deren Einfluss auf die Politik. Carl Duisberg traf sich im September 1916 mit den Generälen Paul von Hindenburg und Erich Ludendorff, um über die Rüstungsproduktion und den Mangel an Arbeitskräften zu sprechen. Er regte an, den Arbeitskräftemangel mit Zwangsarbeiter/innen aus Belgien zu beheben; das Reichsamt des Inneren griff den Vorschlag auf. Außerdem sollten Zwangsarbeiter/innen aus Polen in Deutschland arbeiten. 1916 wurden ca. 60.000 Belgier/innen nach Deutschland deportiert, was international zu Protesten führte. Aufgrund des internationalen Drucks und weil die Belgier/innen sich weigerten, unter Zwang zu arbeiten, wurde ihre Rückkehr nach Belgien möglich.
Die Abhängigkeit der kriegführenden Reichsregierung von der Chemieindustrie stärkte deren Einfluss auf die Politik. Carl Duisberg traf sich im September 1916 mit den Generälen Paul von Hindenburg und Erich Ludendorff, um über die Rüstungsproduktion und den Mangel an Arbeitskräften zu sprechen. Er regte an, den Arbeitskräftemangel mit Zwangsarbeiter/innen aus Belgien zu beheben; das Reichsamt des Inneren griff den Vorschlag auf. Außerdem sollten Zwangsarbeiter/innen aus Polen in Deutschland arbeiten. 1916 wurden ca. 60.000 Belgier/innen nach Deutschland deportiert, was international zu Protesten führte. Aufgrund des internationalen Drucks und weil die Belgier/innen sich weigerten, unter Zwang zu arbeiten, wurde ihre Rückkehr nach Belgien möglich.
| Zusammenfassend lässt sich eine komplexe Zusammenarbeit von Industrie, Militär und Wissenschaft in der Entwicklung verschiedener Giftgase zu Kriegszwecken feststellen. Die deutsche Chemieindustrie wirkte ferner auf den Verlauf des Krieges ein: sie ermöglichte seine Fortsetzung, indem sie natürliche Rohstoffe, die zur Munitionsproduktion benötigt wurden, durch synthetische ersetzte und immer neue Giftgaswaffen entwickelte. Die Kooperation mit Politik und Militär schlug sich für die Unternehmen in hohen Gewinnen nieder. |
Zeitlicher Verlauf
1863 die OHG Friedrich Bayer et comp., die Farbwerke Meister Lucius et Brüning in Höchst am Main (ab 1880 Farbwerke Hoechst) und die Kalle & Co AG in Biebrich. In Ludwigshafen wurde 1865 die BASF (Badische Anilin und Sodafabrik AG) gegründet, hinzu kamen 1873 die Anilinfarbenfabrik von Gans und Leonhardt (Cassella) in Frankfurt-Fechenheim sowie Agfa in Berlin. Zu dieser Zeit waren die Fortschritte in der deutschen chemischen Forschung immens, die Branche befand sich in einem stetigen Aufschwung: 1877 erfolgte die Hälfte der Weltproduktion an Farbstoffen in Deutschland; Ende des 19. Jahrhunderts wurden fast alle neuen Farbstoffe von deutschen Teerfarbenfirmen erfunden.
| 1861 | gründete Joseph Wilhelm Weiler die Anilinfabrik in Ehrenfeld bei Köln, weitere Firmengründungen folgten |
| 1863 | die OHG Friedrich Bayer et comp., die Farbwerke Meister Lucius et Brüning in Höchst am Main (ab 1880 Farbwerke Hoechst) und die Kalle & Co AG in Biebrich. |
| 1865 | wurde in Ludwigshafen die BASF (Badische Anilin und Sodafabrik AG) gegründet |
| 1873 | die Anilinfarbenfabrik von Gans und Leonhardt (Cassella) in Frankfurt-Fechenheim sowie Agfa in Berlin kamen hinzu |
| 1877 | die Fortschritte waren in der deutschen chemischen Forschung immens, die Branche befand sich in einem stetigen Aufschwung. Die Hälfte der Weltproduktion an Farbstoffen erfolgte in Deutschland |
| Ende des 19. Jahrhundert | fast alle neuen Farbstoffe wurden von deutschen Teerfarbenfirmen erfunden. |
| 1908 – 1912 | Fritz Haber entwickelte zusammen mit Carl Bosch ein Verfahren zur großindustriellen Gewinnung von synthetischem Ammoniak aus Stickstoff unter Hochdruck, das Haber-Bosch-Verfahren. |
| 1913 | begann 1913 in Oppau industrielle Ammoniak-Synthese |
| Anfang des 20. Jahrhunderts | waren sechs Firmen sowohl in Deutschland als auch international für die Produktion und den Verkauf synthetischer Farbstoffe marktführend: BASF, Bayer, Hoechst, Agfa, Cassella und die Kalle AG. |
| 1914 | Salpeterversprechen Bosch gab der Obersten Heeresleitung die Zusage, ein Verfahren zur Oxydation von Ammoniak zu Salpetersäure in industriellem Ausmaß zu realisieren |
| Herbst 1914 | nach einem Vorschlag von Major Max Bauer wurde vom Kriegsministerium eine Kommission ins Leben gerufen, die sich mit der Nutzung der giftigen Abfallstoffe in der Farbenindustrie für Kampfhandlungen beschäftigen sollte. Diese unterstand der Leitung von Carl Duisberg (Bayer) und Walter Nernst (Chemieprofessor an der Universität Berlin). Fritz Haber, Leiter der Chemieabteilung der Rohstoffbehörde im preußischen Kriegsministerium und ab 1912 Direktor des Kaiser Wilhelm-Instituts für physikalische Chemie und Elektrochemie in Berlin-Dahlem, schlug der Heeresleitung die Nutzung von Chlorgas für militärische Zwecke vor, wobei wissentlich gegen die Haager Landkriegsordnung verstoßen wurde, die den Einsatz von Giftgas verbietet. |
| 1915 | Werk Oppau begann mit der Umwandlung von Stickstoff in Salpetersäure |
| 22. April 1915 | Der erste Einsatz von Chlorgas durch das deutsche Heer im belgischen Ypres. Bei diesem Angriff gab es schätzungsweise 2.000 bis 3.000 Gasverletzte und 800 bis 1.400 Tote. |
| 1916 | BASF baute ein zweites Werk in Leuna |
| September 1916 | . Carl Duisberg traf sich mit den Generälen Paul von Hindenburg und Erich Ludendorff, um über die Rüstungsproduktion und den Mangel an Arbeitskräften zu sprechen. Er regte an, den Arbeitskräftemangel mit Zwangsarbeiter/innen aus Belgien zu beheben; das Reichsamt des Inneren griff den Vorschlag auf. Außerdem sollten Zwangsarbeiter/innen aus Polen in Deutschland arbeiten. Die Abhängigkeit der kriegführenden Reichsregierung von der Chemieindustrie stärkte deren Einfluss auf die Politik. |
| April 1917 | das Werk in Leuna begann mit der Produktion, beide Werke produzierten in diesem Jahr gemeinsam ca. 90.000 Tonnen Stickstoff, die fast ausschließlich für die Munitionsherstellung verwendet wurden. Die Werke waren auf Kriegszwecke ausgerichtet, in Friedenszeiten bedeutete ihre Größe Überkapazitäten. |
| Herbst 1914 | wurde nach einem Vorschlag von Major Max Bauer vom Kriegsministerium eine Kommission ins Leben gerufen, die sich mit der Nutzung der giftigen Abfallstoffe in der Farbenindustrie für Kampfhandlungen beschäftigen sollte. Diese unterstand der Leitung von Carl Duisberg (Bayer) und Walter Nernst (Chemieprofessor an der Universität Berlin). Fritz Haber, Leiter der Chemieabteilung der Rohstoffbehörde im preußischen Kriegsministerium und ab 1912 Direktor des Kaiser Wilhelm-Instituts für physikalische Chemie und Elektrochemie in Berlin-Dahlem, schlug der Heeresleitung die Nutzung von Chlorgas für militärische Zwecke vor, wobei wissentlich gegen die Haager Landkriegsordnung verstoßen wurde, die den Einsatz von Giftgas verbietet. |
Zusammenfassend lässt sich eine komplexe Zusammenarbeit von Industrie, Militär und Wissenschaft in der Entwicklung verschiedener Giftgase zu Kriegszwecken feststellen. Die deutsche Chemieindustrie wirkte ferner auf den Verlauf des Krieges ein: sie ermöglichte seine Fortsetzung, indem sie natürliche Rohstoffe, die zur Munitionsproduktion benötigt wurden, durch synthetische ersetzte und immer neue Giftgaswaffen entwickelte. Die Kooperation mit Politik und Militär schlug sich für die Unternehmen in hohen Gewinnen nieder.
Frankreich, das besonders unter dem Krieg gelitten hatte, forderte die Schließung der Anlagen der „kleinen I.G.“, was vermutlich das Ende der beteiligten Unternehmen bedeutet hätte. Allerdings trafen Joseph Frossard, ein französischer Beamter, der mit der Verwaltung der Anlagen in Frankreich beauftragt war, und Carl Bosch (BASF) eine Übereinkunft: Bosch würde den Franzosen die Produktionsgeheimnisse der Farbstoffindustrie und das Haber-Bosch-Verfahren offenlegen, im Gegenzug sollten die Franzosen von der geforderten Schließung der Werke absehen.
Keiner der Industriellen, die die Giftgasproduktion ermöglicht und vorangetrieben hatten, wurde in den „Leipziger Prozessen“ gegen deutsche Kriegsverbrecher juristisch zur Rechenschaft gezogen.
Innerhalb der Unternehmen der „kleinen I.G.“ änderte sich die Zusammensetzung des Vorstandes. 1919 wurde Carl Bosch Vorstandsvorsitzender der BASF und der Vorstand verjüngte sich mit aufstrebenden Managern wie Hermann Schmitz, Carl Krauch und Fritz Gajewski.
Im Zuge der Kriegsproduktion im Ersten Weltkrieg erfolgte der von Carl Duisberg (Bayer) lange angestrebte Zusammenschluss der deutschen Farbenfabriken.
| Am 18. August 1916 | schloss sich der „Dreibund“ (gegr. 1904 aus Bayer, BASF und Agfa) mit dem „Dreierverband“ (gegr. 1904–1907 aus den Farbwerken Hoechst, Cassella Farbwerke Mainkur und Kalle AG) und der chemischen Fabrik Weiler ter Meer zur „Interessengemeinschaft der deutschen Teerfarbenfabriken“ mit einer Laufzeit von zunächst 50 Jahren zusammen. |
| 1917 | kam die chemische Fabrik Griesheim Elektron zur sogenannten „Großen I.G.“ hinzu. |
| Ende 1922 / Anfang 1923 | Der Kalle-Kreis war ein Ende 1922 oder Anfang 1923 gegründeter informeller Lobby-Verein der I.G. Farben Wilhelm Ferdinand Kalle (Vorsitzender des Kalle-Kreises, Reichstagsabgeordneter der DVP) Carl Bosch Paul Moldenhauer (Reichstagsabgeordneter der DVP) Hermann Hummel (Reichstagsabgeordneter der DDP) Clemens Lammers (Reichstagsabgeordneter des Zentrums) |
| 2. Dezember 1925 | unterzeichneten BASF, Bayer, Hoechst, Agfa, Weiler-ter-Meer und Griesheim-Elektron einen Fusionsvertrag zur Gründung der „Interessengemeinschaft Farbenindustrie Aktiengesellschaft“ (kurz: I.G. Farben). Die Aktien der Cassella und die der Kalle AG waren weitgehend schon vorher im Besitz der Partnerunternehmen, so dass diese nicht als direkte Vertragspartner auftraten. Nach dem Zusammenschluss war die I.G. der größte Konzern in Europa und eines der größten Chemieunternehmen weltweit. Der Zusammenschluss zur I.G. sollte auch dazu dienen, wieder eine größere Kontrolle über die internationalen Märkte zu erlangen; weltweit wurden Niederlassungen und Tochterunternehmen gegründet, zudem hielt der Konzern Beteiligungen an ca. 500 ausländischen Unternehmen. |
| Anfang der 20er Jahre | wurde über kartellmäßige Absprachen mit Chemieunternehmen in Frankreich und England bezüglich der Absatzmärkte für Farbstoffe verhandelt. |
| 1925 | Das Grundkapital der zusammengeschlossenen Firmen betrug 641,6 Millionen Reichsmark Stammkapital und 4,4 Millionen Reichsmark Vorzugsaktien. Erwerb des „Bergius-Patent“ zur Hydrierung von Kohle in Öl unter hohem Druck über Hermann Schmitz. Ziel war die Herstellung synthetischer Treibstoffe. |
| September 1927 | schloss die I.G. mit dem Erdölkonzern Standard Oil of New Jersey einen Vertrag über gemeinsame Forschungs- und Entwicklungsarbeiten auf dem Gebiet der Hochdruckhydrierung, und über die gegenseitige Verrechnung der Lizenzeinahmen ab. |
| 1927 | wurde im Werk Leuna mit der Produktion von synthetischem Öl begonnen, allerdings ließen neue Rohölfunde den Ölpreis stark fallen. |
| 1928 | hatte das Aktienkapital einen Börsenwert von 3 Milliarden RM und machte 2% des deutschen Volksvermögens von 150 Milliarden RM aus. |
| 1929 | beherrschte das „Dreierkartell“, das durch Absprachen von Unternehmen aus Deutschland, Frankreich und der Schweiz entstanden war, 61% der Weltproduktion von Farbstoffen. Nach der Erweiterung um das britische Unternehmen I.C.I. machte die Gesamtquote des Kartells 65,61% aus. Dies zeigt die wirtschaftliche Bedeutung der I.G. Übertrag der aller außerdeutschen Hydrierrechte an Standard Oil gegen einen Kaufpreis von 35 Millionen US-Dollar (umgerechnet mehr als 149 Millionen RM) und Gründund einer gemeinsamen Trägergesellschaft, mit einer Beteiligung von 20 Prozent des Kapitals. Abgrenzung der wechselseitigen Interessenssphären. |
| 1929 | wurden alle Produktions- und Entwicklungsbereiche in drei sog. „Sparten“ eingeteilt. Für die Sparte I (Stickstoff, Mineralölsynthese, Gruben) war Carl Krauch zuständig, die Sparte II (Farben, Chemikalien, Pharmazeutika) war Fritz ter Meer unterstellt und für die Sparte III (Kunstseide, Zellwolle und Photographie) war Fritz Gajewski verantwortlich. meldete die I.G. ihr erstes Patent auf „Buna“, den synthetischen Kautschuk, an. Im Laufe der Weltwirtschaftskrise ab 1929 machte besonders der Bereich der Stickstoff- und Treibstoffsynthese große Verluste; demgegenüber blieben die Umsätze in den Bereichen Farbenproduktion, Pharmazeutika, Kunststoffe und Photographika relativ stabil. |
| 1930 | wurde der Zentralausschuss begründet, der den Arbeitsausschuss ablöste und in dem nun hauptsächlich die Entscheidungen getroffen wurden. Er bestand aus sieben Personen unter dem Vorsitz von Carl Bosch.Die Anordnungen des Ausschusses waren für alle Sparten bindend. gemeinsame Forschungsgesellschaft, der Joint American Study Company (JASCO), mit Sitz in Baton Rouge, LA als organisatorischer Rahmen zur Erforschung synthetischen Kraftstoffs. |
| 1937 | begann die Produktion im industriellen Ausmaß im Buna-Werk Schkopau. Diese industrielle Großproduktion war möglich geworden, weil die I.G. eine Kooperation mit der NS-Regierung einging, die im Zuge der Autarkiepolitik Deutschland von Kautschukimporten unabhängig machen wollte und subventionierte Preise und Abnahmegarantien zusicherte. |

